Humoristische und leicht "untertriebene" Gedanken zum Alter
(speziell zu meinem).

 Ich möchte nachstehend einiges anführen, was sich für mich persönlich ab meinem 60-igsten Geburtstag,
also mit dem Eintritt ins "Alter", in meinem Fall auch das Eintreten ins Pensionistendasein, geändert hat.
Manches hat sich aber vielleicht schon zwei, drei Jahre früher ereignet.

Irgendwer hat einmal gesagt/gefragt: Was gibt es schöneres, als mit Würde alt zu werden!? Also wenn Sie mich fragen, lieber etwas weniger würdevoll zu sein, dafür aber Dreißig! Aber was ich mich selber frage: Was genau hatte dieser Zeitgenosse unter "mit Würde alt werden" verstanden? Gestatten Sie mir bitte eine kurzen Ausflug in meine Kindheit. Ich glaube, damals hatte ich vielleicht das kennen gelernt, was man unter "mit Würde alt werden" verstehen könnte:

Geboren und aufgewachsen bin ich in Wien, in der Josefstadt. Der Besitzer unseres Miethauses, damals sagte man Zinshaus dazu, war ein würdiger alter Herr und das, was man so als "Persönlichkeit" bezeichnet. Ein Hausherr war ja damals ohnedies etwas Besonderes und man behandelte ihn auch mit der ihm gebührenden Hochachtung. Wobei diese Hochachtung weniger ihm als Person galt, sondern seinem Reichtum. Wenn man damals beispielsweise einen Jungen fragte, was er später einmal werden möchte, kam der "Beruf" des Hausherrn gleich nach dem Feuerwehrhauptmann und dem Lokomotivführer.

Aber unser Hausherr war wirklich etwas Besonderes. Ein "Herr vom Scheitel bis zur Sohle". Der typische K.u.K. Offizier a.D. Groß gewachsen, schlank, bedächtig und hoheitsvoll in all seinen Bewegungen, aufrechter Gang, die Hände offiziersmäßig hinter dem Rücken verschränkt und immer freundlich. Es ist schon etliche Jahrzehnte her, aber trotzdem sehe ich ihn noch vor mir meinem geistigen Auge und spüre fast seine streichelnde Hand auf meinen damals noch dunkelbraunen Locken. Niemand im Haus wusste, dass "unser Herr Bernd" nicht nur ständig sehr starke rheumatische Schmerzen hatte, sondern auch noch eine andere schwere Krankheit, was die Hausbewohner aber erst nach seinem Tod von seiner Bedienerin erfahren hatten. Niemals hatte sich der Herrn Bernd etwas davon anmerken lassen. Also das ist es, was ich persönlich unter "mit Würde alt sein" verstehe, aber wer schafft das schon?

Seit einigen Monaten könnte man aber auch mich, oder besser gesagt meine Körperhaltung, als würdig bezeichnen. Auch meine Bewegungen sind langsam und bedächtig geworden, vor allem beim Stiegensteigen, und auch den aufrechten Gang habe ich mir zu eigen gemacht. Schultern zurück, Bauch heraus. Ich habe sogar meine Hände auf dem Rücken. Aber nicht in der typischen Offiziershaltung, sondern immer nur jeweils den Handrücken einer Hand auf den unteren Lendenwirbeln und dies nicht wegen der Würde, sondern wegen meiner Rückenschmerzen. Also was die Körperhaltung anbelangt, könnte ich einen schüchternen Vergleich mit dem Herrn Bernd anstellen. Bezüglich Größe, na ja ungefähr, aber bei der Schlankheit unterscheide ich mich zur Zeit wesentlich von ihm. Seit ich in Pension bin, hat sich mein Körperumfang schon um einige Zentimeter erhöht. Ich bin zwar nicht extrem eitel, aber ein kleiner Rest aus meiner Jugendzeit ist noch vorhanden und daher weiche ich jedem Spiegel aus, der größer als der von meinem Alibert ist. Auch bei der Gartenarbeit stört mich mein "Hüftrucksack" nicht nur bei der manuellen Betätigung. Wenn ich z.B. mit nackten Oberkörper im Garten vor dem Hause arbeite und Passanten vorbeigehen, versuche ich, meinen Bauch so weit als möglich nach innen zu verlegen und bete zu Gott, dass sie nicht stehen bleiben, um mit mir zu plaudern. Denn länger als zwei Minuten halte ich es in der Regel ohne Luft nicht mehr aus! Also demnächst muss ich wirklich was unternehmen. Ein wenig tröste ich mich immer mit einer Aussage meiner Mutter: "Ab einem gewissen Alter braucht der Mensch was zu Zulegen! Das ist ganz normal." Na gut, vielleicht ist es tatsächlich normal. Ich persönlich mache für diesen Gewichtszuwachs andere Dinge verantwortlich:

An erste Stelle würde ich den Wegfall des berufliches Stresses setzen, an zweiter Stelle den Wegfall des Ärgers mit Frauen (ich bin das zweite Mal geschieden), und an dritter Stelle steht sicherlich das Abgewöhnen des Rauchens (ist schon überholt). Fast alle meiner Freunde und Bekannten haben nach dem Verzicht auf das Nikotin zugenommen und ich bin da keine Ausnahme. Der einzige gravierende Unterschied, ich habe mir das Rauchen schon 3x abgewöhnt. Also muss man den üblichen Gewichtszuwachs mit 3 multiplizieren!

Jetzt muss ich kurz nachdenken, was sich noch alles geändert hat, seit ich nicht mehr ganz taufrisch bin. Ach ja! Meine Schlafgewohnheiten zum Beispiel. Das fallweise überhaupt nicht schlafen können und dann den ganzen Tag hindurch nur schläfrig zu sein, sei nur am Rande vermerkt. In der Hauptsache geht es um das zu Bett gehen und das Aufstehen. Ich schlafe in einem herrlich altem Doppelbett mit durchgehendem Stahlbandeinsatz. Traumhaft! Wie ein Trampolin. Auf der nicht benutzten Seite des Bettes (siehe oben, Scheidung), befinden sich aber nach wie vor Leintuch, Polster und Steppdecke. Wann kann nie wissen, ob man beim Heurigen nicht überraschend eine Bekanntschaft macht, die unbedingt sehen will, wo ich schlafe? Aber nun zurück zum zu Bett gehen. Früher legte ich mich vorsichtig ins Bett, um meine Holde nicht aufzuwecken. Dies ist beim verbliebenen Rest meiner Oberschenkelmuskulatur und dem Mehrgewicht zu früher schon etwas schwierig. Also lass ich mich halt einfach hineinplumpsen. Dabei macht der Polster auf der anderen Seite regelmäßig einen Luftsprung. Das heißt, ich muss am nächsten Morgen nicht nur 1 Bett, sondern 1 ½ Betten machen! Na gut! Soll nichts Ärgeres geben.

Aber das Aufstehen! Kathastrophürchterlich ! (kein Rechtschreibfehler! Hab´s irgendwo gehört und in mein Vokabular aufgenommen). Zuerst den Luxuskörper umständlich auf die rechte Seite drehen, dann beide Beine hinausschwingen (schwingen ist gut), dann sitzend mit Auf- und Abbewegungen das Einsatztrampolin zum Schwingen bringen und dann, wenn der Körper die richtige Höhe erreicht hat, rasch vorbeugen und aufstehen. Damit wär´s geschafft! Ja, außer das Schwindelgefühl durch das rasche Aufstehen meldet sich. Dann kommt wieder die Bettkante zu Ehren und nach kurzer Pause der nächste Aufstehversuch. Also das war´s zum Bett.

Was gibt´s da noch? Ja richtig, die morgentliche Körperpflege.

Ich benutze die Wanne nur einmal wöchentlich, denn ich habe auch hier leichte Probleme mit dem Aufstehen. Körpergewicht und schmerzende Kniegelenke addieren sich! Aus diesem Grund benutze ich wochentags das Waschbecken und den guten alten Waschlappen, um meinen gesamten Körper zu reinigen. Dabei wird kein Stück ausgelassen! Wo kann es denn da Schwierigkeiten geben, wird so Mancher fragen. Ohne der schon erwähnten Kniegelenke gäbe es auch keine. Das Hineinschwingen des Fußes ins Becken schaffe ich gerade noch mit genügend Schwung und unter Zuhilfenahme der Hände. Aber das Herausheben eines Fußes der Größe 43, wenn man die Knie nicht richtig abbiegen kann, ist da schon wesentlich schwieriger. Das Hauptproblem ist dabei die Höhe. Die Höhe der Waschmuschel und die Höhe der Installateurrechnung für das tiefer setzen derselben. 

Vor einigen Monaten hatte ich in einer meiner schlaflosen Nächte diesbezüglich einen genialen Einfall. Ich baute mir ein kleines Podest. Super! Problem gelöst! Aber leider nicht auf Dauer. Nachdem ich mir einige Male den großen Zeh blaugeschlagen hatte, am frühen Morgen bin ich noch nicht fähig, solche Veränderungen wahrzunehmen, landete das Machwerk beim Brennholz. Aber nächste Woche werde ich meinen nächsten genialen Einfall in die Tat umsetzen. Eine an der Decke montierte Seilrolle und ein Seil mit Schlaufe für den Fuß Vielleicht berichte ich Ihnen später einmal vom Erfolg dieses Patentes? Mhhhm. Aber leise Zweifel regen sich schon jetzt beim Schreiben dieser Zeilen! Was ist, wenn ich beim hochhieven des Beines ins Wanken komme und mich logischerweise am Seil festzuhalten versuche? Prost, Mahlzeit! Dann befindet sich vielleicht der gelynchte Fuß an der Decke und der Kopf .... ? Könnte unangenehm werden! Wieder nichts. Egal, weiter zum nächsten Altersproblem.

Bergwandern ist doch was Schönes! Ich war mit drei Freunden auf dem Stuhleck. Winter, teilweise 50 cm Schnee. Aber traumhaft schön da oben in 1800m Höhe. Nachdem mir der Hüttenwirt eine Sauerstoffmaske geliehen hatte, konnte ich dann die herrliche Aussicht nicht nur genießen, sondern sogar fotografieren. Vor der Versorgung mit Sauerstoff hätte ich kein Foto machen können. Meine Hände haben derart gezittert, dass ich mir nicht mal eine Zigarette anzünden konnte. Ich musste einen meiner Freunde, einen radikalen Nichtraucher, ersuchen, dies für mich zu tun. Das nennt man echte Bergkameradschaft! Aber etwas später hat er gemeint, dass er mir zwar schon viele Blödheiten verziehen hätte, aber das? Nie und nimmer!! Jedenfalls, vor zwei, drei Jahren war ich noch voll und fit. Hoppala, sollte natürlich vollfit heißen. Das Stuhleck wäre trotz Raucherlunge noch eine Kleinigkeit für mich gewesen!

Was gibt es da noch zu den altersbedingten Zores?

A ja! Ich glaube, fast das Wichtigste! Die Augen und die Ohren. Da ich mich noch nicht zu Gleitsichtbrillen entschließen konnte, meine Ex hat welche um 10.000 Alpendollar und schlägt sich ständig irgendwo das Kopferl an, kommen drei verschiedene Brillen zum Einsatz. Eine für die Ferne, eine für Fernseher und Computer und eine zum Lesen und Basteln. Wobei zum Letzteren fallweise noch ein Lupenleuchte nötig ist. Na gut, und? werden Sie meinen. Haben Sie schon mal drei verschiedene Brillen in Gebrauch gehabt? Prinzipiell hat man zuerst einmal die falsche auf der Nase. Dann kommt das Suchen der richtigen! Klingt einfach. Versuchen Sie einmal als Weitsichtiger, mit einer aufgesetzten 3.5 Dioptrinbrille in einem drei-geschoßigen Haus die Fernbrille zu suchen, die Sie irgendwo hingelegt haben! Na gut, ganz oben ohne geht´s vielleicht noch etwas besser, hab´ ich mir gedacht. Also eine Autofahrt im dichtesten Nebel ist, abgesehen von der Geschwindigkeit, eine lustige Sache dagegen! Vor allem, weil es auf der Straße relativ wenig Stufen gibt.

Ich weiß nicht, welchem Hobby Sie sich, werter Leser, verschrieben haben und ob Sie dazu Brillen benötigen. Ich jedenfalls bin begeisterter Bastler. Vor allem elektronische Geräte haben es mir angetan! Früher war das kein Problem. Heute arbeite ich fast im "Blindflug" und dann kommt zur leichten Verzweiflung auch noch die Wut über die eigene Hilflosigkeit. Meist gesellt sich dann auch noch steigende Nervosität dazu und deren Folgeerscheinung sind dann zittrige Patschhanderl (kommt wahrscheinlich von patschert). Genau das Richtige für das Löten von winzig kleinen Bauteilen! Nicht erst einmal habe ich dann, begleitet von einem Kraftausdruck, den ganzen Schmarren hingeschmissen.

Das war das Dilemma mit den Augen, aber es gibt da noch ein Organ mit typischen Verschleißerscheinungen. Nicht das, was Sie nun vielleicht meinen, dies habe ich unter persönliche Schweigepflicht gestellt!

Nein, ich meine die Ohren. Ich war zwar nie bei der Artillerie, trotzdem ist da im Laufe der Jahrzehnte irgendwas kaputtgegangen. Und es wird immer ärger! Begonnen hatte es damit, dass meine Holde manche Fragen zweimal wiederholen musste, und nicht nur, wenn´s um´s Kostgeld ging. Das "wie bitte" wurde langsam zur lieben Gewohnheit. Mein damaliger Schwiegervater war extrem schwerhörig und überließ mir probeweise sein altes Hörgerät. In der Wohnung, bis auf ein leicht störendes rauschen, an das man sich bestimmt hätte gewöhnen können, einfach traumhaft! Nur wenn mein Schatzi in der Küche hantierte, klang es wie das Schlagzeugsolo eines besoffenen Anfängers.

Aber auf der Straße, ich lebte damals noch in Wien, war der Traum vom hellhörigen Oldie zu Ende. Der Straßenlärm übertönte sogar die Stimme meiner Gattin, die neben mir ging und mir ins Ohr brüllte. Der nächste Test beim wöchentlichen Pflichtbesuch mit meinen Kollegen beim Heurigen. Furchtbar! Ein unentwirrbares Durcheinander von Stimmen und auch unmöglich festzustellen, aus welcher Ecke welche Stimme kam. "Nur eine Sache der Gewohnheit", äußerte sich mein Schwiegervater zum Testergebnis. Aber auch er gab zu, bei vielen Gelegenheiten das Gerät abzuschalten, weil es mehr störte, als half. Im Geschäft, wir arbeiteten in der gleichen Firma, hatte er es immer eingeschaltet und man konnte sich problemlos mit ihm unterhalten. Dann fiel mir aber auf, dass er mich bei sich zu Hause nie richtig verstehen konnte. Am nächsten Tag in der Firma sprach ich ihn darauf an und er verriet mir sein kleines Geheimnis. Zur Begrüßungszeremonie, wenn er nach Hause kam, ließ er das elektronische Hörrohr noch voll eingeschaltet. Aber spätestens beim Nachtmahl drehte er den Lautstärkeregler schon zurück auf halbe Leistung und spielte wieder den extrem Gehörgeschädigten! "Glaubst Du, sonst würde ich drei Frauen in einer 70m² Wohnung aushalten?" Die drei Frauen waren seine Gattin und zwei sich ständig im clinch befindlichen Töchter. Wobei ich ihn kurz darauf von einer der beiden befreit habe. Aber trotz diesen nicht sehr ermutigenden Erfahrungen mit Hörapparaten wird mir die Anschaffung so eines Gerätes nicht erspart bleiben, denn so weit, wie es bei einem ehemaligen Nachbarn der Fall war, darf ich es nicht kommen lassen. Dieser hatte vor allem mit Hochzeiten in der Ortschaft seine liebe Not! Bei uns ist es üblich, bei Hochzeiten Böller abzuschießen und da hat der Arme zuerst immer "herein" gerufen und beim zweiten Kracher ist er zur Türe gegangen und hat sich gewundert, dass Keiner davor stand.

Dann ist da noch ein Zustand, den ich immer als den Besuch von Doktor Altzheimer bezeichne. Kleines Beispiel gefällig? Ein Freund, der von meiner Liebe zu Altertümern weiß, ruft mich an. Ich solle um 17h auf den Fernsehkanal sowieso schalten. Bericht über eine Antiqutätenausstellung. Zu diesem Zeitpunkt ist es kurz nach 16h. Also noch genügend Zeit. Mache mir noch einen Kaffee, führe zwei Telefonate und blättere in einem Elektronik-Katalog. Verdammt, die Sendung! Die Uhr zeigt 17h20. Auf welchem Kanal, hat der Ernst gesagt? Vergessen. Verdammt, wo ist das TV-Programm? Ich finde es nicht. Habe vormittags einen Stoß Papier im Ofen entsorgt, wahrscheinlich war auch mein TV-Programm dabei! Also mit der Fernbedienung durchblättern. Keine Spur von Antiquitäten! Alles Mögliche und vor allem Werbung, Werbung, Werbung. Ich verfluchte alle Privatsender der Welt! Da endlich! Antiquitäten! Aber es handelte sich nur um das Hintergrundbild des Sprechers, der sich gerade höflich, aber bestimmt von den Zuschauern verabschiedet und sich für das Zusehen bedankt. Verdammte Sch....!!

Noch ein Kurzbeispiel! War wieder bei meiner Lieblingsbeschäftigung, dem Reparieren! In diesem Fall war es mein alter Heizlüfter, der mir die Liebe aufgekündigt hat. Ich benötige einen 8mm Schraubenschlüssel aus der Werkstatt. Zwei Stockwerke hinunter, stehe in der Hobbykemenate und weiß nicht mehr, was ich holen wollte! Erst nach Anwendung meines schon des öfteren ausprobierten Tricks fällt´s mir wieder ein. Wie der Trick funktioniert? Na gut, vielleicht können Sie ihn auch mal gebrauchen. Also, von den zwei Etagen entweder eine, oder in krassen Fällen alle beide wieder zurückgehen. Dann "klingelt´s " wieder im Oberstübchen. Funktioniert fast immer!

Ich könnte bestimmt noch einige Altzheimer-Anektoten anführen, ich hatte mir sogar einige notiert, nur habe ich vergessen, wo ich den Zettel hingelegt habe.

Es gibt da aber schon noch einige Annehmlichkeiten, die der Ruhestand mit sich bringt. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich sogar dieses wenige Positive im Endeffekt doch wieder als Negativum herausstellt:

Man kann z.B. morgens länger im Bett bleiben, kann hin und wieder ein kurzes Mittagsschläfchen einlegen, aus dem Jausenkaffee wird eine richtige Jause, wozu man im Berufsleben kaum die Zeit hatte, und man steckt sich fallweise auch zwischendurch noch ein kleines Häppchen "Irgendwas" in den Mund. Meine Erscheinung wird immer imposanter, findet aber nur mehr in Hosen mit Gummibund Platz und die Sakkoknöpfe dienen nur mehr der Zierde!

Noch ein "typischer Vorteil" des Pensionisten-Daseins: Als geborener "Nachtmensch" kann ich jetzt endlich schlafen gehen, wann ich will, selten früher als 1h30. Und auch hier bestätigt sich das folgende Sprichwort: "Jedes Ding hat zwei Seiten." Ich trinke an diesen "verlängerten" Abenden um etliche Kaffees mehr und den größer gewordenen Zigarettenkonsum hat sogar schon mein Trafikkant anerkennend lächelnd zur Kenntnis genommen und als Ansporn zu weiteren Höchstleistungen gibt er mir sogar zu jeder Stange Zigaretten ein Feuerzeug gratis dazu.

Jetzt hätte ich zwar noch gerne etwas über die wirklich positiven Seiten meines Alters berichtet (ausnahmsweise ernsthaft), aber ich habe fast keine Zigaretten mehr und da geht nichts mehr. Außerdem wurde in der letzten Zeit in den Medien ohnedies das "Altsein" immer in den schönsten Farben dargestellt!

Wie Sie meinen "Gedanken zum Alter" entnehmen konnten, kann ich diesem Lebensabschnitt nicht sonderlich viel abgewinnen.

VON WEGEN MIT WÜRDE ALT WERDEN! DASS ICH NICHT LACHE!

Aber trotzdem ist es die für mich unterhaltsamste Zeit meines ganzen bisherigen Lebens. Aber auch dazu ist ein kleiner Trick notwendig: Man muss die Fähigkeit besitzen, sich über sich selber lustig machen zu können!

P.S.: AUCH WENN ES VIELLEICHT NICHT DEN ANSCHEIN HAT! ABER GEGEN NICHTS IN DER WELT WÜRDE ICH MEIN JETZIGES ALTER TAUSCHEN! AUCH NICHT GEGEN MEINEN 30.GEBURTSTAG!!

WEITERE GEDICHTE
[Altzheimer] [Ballade Liese] [blauer Montag] [bunt gemischt] [Fragen] [fremde Mode] [Hausreime]
[Kindersorgen] [Wahlkampagne] [Wehmut] [Manege] [Fluss] [Versuchung] [gute Wünsche]

WEITERE GESCHICHTEN
[meine Jugend] [Alter] [Computer] [Marktfrau] [Morgenkaffee] [Pilzkönig] [der Weihnachtskarpfen]
[das letzte Blatt] [Brief an das Christkind] [unser Polo] [Angsthase]
[meine Mutter] [Waschstockerl]