FIAT 1100 E

Diesem Wagen widme ich eine Extra-Seite. Erstens um dem heute schon etwas
verwöhnten Autofahrer zu zeigen, dass das Autofahren damals zwar weniger
bequem, aber bei weitem "interessanter" war und zweitens machte es
Spaß, mir dies alles wieder ins Gedächtnis zurück zu holen.

Fiat 1100 E, Baujahr 1950, 1089 ccm, 35 PS, Gewicht 940 kg, Blechstärke 1.00 mm (!!) ein echter Panzer! Meinem Nachbesitzer hatte dies wahrscheinlich das Leben gerettet. Der Wagen hatte 4 gegenseitig zu öffnende Türen und besaß keine Mittelstrebe! Heute wäre ein Auto ohne Mittelstrebe nach einigen Wochen die wahrste Klappermühle. Durch das Fehlen dieses "Abteilers" hatte man einen Einstieg so groß wie ein Gartentor. Das Reserverad befand sich bei diesem Modell schon innen, bei den Vorgängern noch außen auf dem Kofferraumdeckel. Es gab keine Heizung und dicker Wintermantel, Hut oder Mütze, Handschuhe und eine Decke über den Knien waren eigentlich unerlässlich. Natürlich gab es auch keinen Scheiben-Defroster. Bei einigen Minusgraden war nach dem Einsteigen die Windschutzscheibe durch den eigenen Atem in kürzester Zeit mit Eisblumen bedeckt. Da gab´s dann nur mehr kratzen und wischen um das "Guckloch" freizuhalten. Aber als Zubehör gab es eine elektrische Spiral-Wendelheizung zu kaufen, die man mit Hilfe von Saugnäpfen an der Windschutzscheibe befestigen konnte. Fahrer die etwas kälteempfindlicher waren und das nötige Kleingeld hatten, konnten sich eine separate Benzinheizung von Eberspächer einbauen. Wenn man sich aber eine solche nicht leisten konnte, gab es noch die Möglichkeit, einen kleinen Petroleumofen im Wageninneren an geeigneter Stelle aufzustellen und gut zu befestigen. Ich bekam aber sofort Kopfschmerzen von dem Gestank und entfernte das gute Ding wieder. Das wichtigste Zubehör im Winter war aber die Kurbel und bei wirklich niedriger Temperatur trat man die Fahrt meist schweißgebadet an, wenn überhaupt. Aber es gab da noch zwei echte Finessen! "Handgas" und "Spardüse". Das Handgas war ein Zugknopf ähnlich einem Joker, mit dem man "händisch" Gas geben konnte und daher konnte man sich während der Fahrt die Füße vertreten. Mit einem weiteren Knopf konnte man von innen eine Vergaserumstellung für Überlandfahrten vornehmen. (Spardüse). Beschleunigung gab´s dann fast keine mehr, aber der Spritverbrauch reduzierte sich!

Nun hoffe ich, dass Euch hat das Lesen genau so viel Spaß gemacht hat, wie mir das Schreiben!