Die Ballade von der Liese
Hier stimmt doch Einiges nicht ?

Mitten auf der Blumenwiese,
weit und breit kein Baum zu seh´n,
stand das Mädchen Anneliese,
und wollte gerne baden geh´n.

Sie blickt sich um, ob niemand kam,
entledigt sich der Kleiderhülle
hinter einem Eichenstamm,
grad recht für ihre Leibesfülle.

Hundert Kilo, vielleicht auch drüber,
doch jedes Gramm ein wahrer Traum,
voll Anmut schwebt die Liese rüber,
zum kleinen Teich am Waldessaum.

Mit kühnem Kopfsprung will sie g´rade,
bedächtig in das Wasser geh´n,
ein Frosch, der auch des Wegs zum Bade,
er sollte dies nicht übersteh´n!

Pech hat jeder dann und wann,
Lieschens Fuß macht ihn zu Brei,
bevor noch „muh“ er sagen kann
ist sein Leben schon vorbei!

Aus dem Gleichgewicht die Liese,
taumelt rücklings sie vornüber
streift noch kurz die grüne Wiese,
auch mit ihr ist´s gleich vorüber!

Denn vor Schreck vom Baches Grund,
durch ihren Plumps ins Teicheswasser,
springt ein Fisch in ihren Schlund,
Lieschens Antlitz wird schon blasser.

Auch der Fisch kriegt keine Luft,
bläht ängstlich seine Nüstern,
Frau Liese laut um Hilfe ruft,
doch niemand hört ihr Flüstern.

Ade du grüne Blumenwiese,
gemeinsam verlassen sie die Welt
der kleine Fisch und auch die Liese,
auch der Frosch, der ihr das Bein gestellt.

Und die Moral von der Geschicht?
Fragt mich nicht, ich weiß es nicht!
Doch aus Lieschens Lust auf´s Bade,
wurde nun eine Ballade! Schade!

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