Schwarze Teufel.

Ich kam eines Tages auf die Idee, meine Garage von all dem zu befreien was da nicht rein gehört. Vor allem hatten dort Gartengeräte nichts verloren. Eine Gerätehütte musste also her aber wohin damit, bei mir geht´s fast überall bergauf? Da war zwar ein Platz der nicht besser geeignet hätte sein können, aber da müsste ich zuerst einen Baumstrunk ausgraben und dann noch in den Hang hinein buddeln und die Erde unten wieder aufschütten. Na was soll´s, ein wenig körperliche Arbeit kann nicht schaden! Nach einigen Tagen Schwerarbeit war ich fertig mit den Erdarbeiten, nach ein paar weiteren hatte ich die Blechhütte zusammen gebaut und war sehr zufrieden mit mir. Dann noch das aufgeschüttete Erdreich in die richtige Form gebracht, festgestampft und Gras gesät. Regelmäßig gegossen und täglich mit der Lupe kontrolliert, ob die braune Erde nicht schon einen Hauch von Grün bekam. Dann endlich war es soweit und man konnte schon erkennen, dass der grüne Schimmer ein Rasen werden würde. Noch zwei Wochen und ich war happy und mächtig stolz auf meine Arbeit als Gartenarchitekt! Es war wirklich schön geworden und allen gefiel es. Leider aber auch einer Maulwurfsfamilie, die im neuen, herrlich grünen Hang nicht nur normale Maulwurfshügel anlegte, sondern den jungen Rasen richtig aufriss. (Anmerkung für Gartenkenner: Es waren keine Wühlmäuse, es waren wirklich Maulwürfe.) Man würde es nicht glauben, wenn man so etwas nicht selbst erlebt hat! Sogar schon lange hier ansässige Besucher, denen ich mein Leid klagte und ihnen das Werk meiner unterirdischen Freunde zeigte, meinten so etwas noch nicht gesehen zu haben! Einen dieser schwarzen Teufel erwischte ich durch Zufall an der Oberfläche und zeigt ihm trotz meiner wirklich großen Tierliebe den kürzesten Weg in den Maulwurfshimmel. Ein ganz klein wenig hatte ich gehofft, dass es vielleicht nur diesen einen Übeltäter gäbe oder ich zumindest damit die andern verscheucht hätte. Weit gefehlt! Wie als Rache trieben es die Hinterblieben noch viel ärger und ich war echt verzweifelt! Ich stand stundenlang erfolglos mit dem Spaten auf der Lauer, aber kaum ging ich weg um mir Kaffee zu kochen oder aufs Töpfchen zu gehen, waren sie wieder da. So als ob sie wie ein U-Boot ein Sehrohr haben würden. Jedenfalls stand ich manchmal schon um 4h30 mit der Taschenlampe da und wartete, immer dasselbe. Entweder waren sie schon da oder kamen nachdem ich kurz weggegangen war. Ich hatte schon ein Maulwurfssyndrom und war reif für den Psychiater. Ich kaufte mir ein sauteures elektronisches Abwehrgerät von dem man sich wahre Wunderdinge erzählte und wie zum Hohn warfen sie ihre Hügel genau neben dem Gerät aus. Ich versuchte es mit Gaspatronen, mit Karbid und Fallen die man in die Gänge eingräbt, alles umsonst! Es war zum Heulen! Um Erschütterungen zu vermeiden, näherte ich mich schon auf den Zehenspitzen, denkste! Ich glaube Maulwürfe haben oberirdische Verbündete die sie warnen! Einmal aber kam ich gerade rechtzeitig, um zu sehen wie sich ein frisch aufgeworfener Hügel bewegte und mit dem Spaten verwandelte ich auch noch den letzten Rest meines Rasens in eine Kraterlandschaft, dieses Luder erwischte ich aber trotzdem nicht! Dann nach Wochen gab ich mich endlich geschlagen und auf dem kleinen Hang, den ich mit so viel Liebe angelegt hatte, wächst heute Unkraut in sehenswerter Vielfalt. Jedenfalls hasse ich seit damals alle Maulwürfe und da können mir Hunderte Leute erzählen, wie nützlich sie sind!! 

Unten zwei zu dieser Story passende Fotos. Sie stammen jedoch von Nachbars Garten. Er liebt diese Viecher ebenso wie ich!

Spielwiese                   ohne Worte